Nach 8 Jahren war es mal wieder so weit: dank Biodiesel Zwangsanteil hatte sich die Dieselpest mal wieder breit gemacht.

- Dieselpest
Inzwischen etwas routinierter als beim letzten Mal, war der Tank relativ schnell ausgebaut, nachdem der Inhalt abgepumpt war.

- Tankausbau
Da sich die Dieselpest ja nicht einfach so absaugen lässt, musste ich ihr irgendwie anders zu Leibe rücken. Letztes Mal hatte ich sie mit einer Messing-Teppichleiste ausgekratzt. Das war recht mühsam, deshalb wollte ich diesesmal schlauer sein und es mir leichter machen. Doch das sollte sich als Dummheit herausstellen... Ich hatte die Idee, mit einem Hochdruckreiniger den Schleim zu beseitigen. Da der Schleim aber gleichzeitig auch sehr klebrig ist, hatte das dann zur Folge, dass die Pest das Innere des Tanks in ein Design verwandelte, das mich geschockt zurück ließ. Leider habe ich versäumt, es zu fotografieren. Ihr könnt es Euch aber so vorstellen wie ein Taxi, das an einer dieser Asphalt-Lanzen, wie sie die Arbeiter bei Asphaltierungarbeiten haben, vorbei fährt und so eine richtige Ladung flüssigen Asphalt abbekommt.
Jetzt hatte ich richtig ins Klo gegriffen und mir gewünscht, ich hätte mir die Arbeit Messingleiste gemacht. Dann hätte ich die Schicht einfach vom Boden abgeschabt - jetzt hatte ich die Dieselpest nicht nur am Boden, sondern im ganzen Tank...
Tja, was nun? Bremsenreiniger! Gute Idee! Einfach einsprühen, ausspülen und fertig!
Pustekuchen!
Der Bremsenreiniger imponiert der Dieselpest nicht im Geringsten.
Nächster Versuch: Kaltreiniger! Gute Idee! Einfach einsprühen, ausspülen und fertig!
Wieder Pustekuchen!
In jeglicher Konzentration (verdünnt bis pur) klebte die Dieselpest weiterhin an den Wänden und rührte sich nicht im Geringsten.
Tja, und was nun? Die Gedanken kreisten und waren schon beim Schnitt einer Reinigungsöffnung und schließlich auch bei einem Neutank angekommen, als ein Nachbar mit RC 2000 um die Ecke kam. So, und das Zeugs wirkte! Die Pest löste sich auf. Ich drehte den Tank mehrere Male, um so in jede Ecke und Kante zu kommen und dann irgendwann waren auch die dicksten Klotten aufgelöst.
Der Tank wurde wieder eingebaut und dann mit HVO100 gefüllt! Ja, die alten Deutz Direkteinspritzer haben nun eine HVO100-Zulassung! Der Bagger wurde entlüftet, gestartet und getestet. Soweit alles prima, nur 2 Sachen haben sich verändert und bedürfen einer weiteren Beobachtung:
1. Die Tankanzeige bleibt auf Null.
Das mag Zufall sein oder logische Konsequenz. Noch weiß ich es nicht. Vielleicht habe ich die Tankanzeige beim Aus- und wieder Einbau irgendwie kaputt gemacht, oder sie funktioniert bei HVO100 schlichtweg nicht weil der Widerstandswert sich geändert hat. Ich weiß leider nicht, ob das Messprinzip auf Widerstandsmessung basiert oder ob das Schwimmerprinzip gilt. Vielleicht wisst Ihr es. Wenn ich die Zündung einschalte, springt die Tankanzeige vom unteren Anschlag auf Null. Also Leben scheint noch drin zu sein.
2. Bei Berghochfahrt geht der Motor in die Knie.
Bei steiler Bergauffahrt war es früher so, dass der Bagger zwar auf Schrittgeschwindigkeit reduzierte, aber der Motor lief trotzdem mit max. Drehzahl. Nun war es so, dass die Drehzahl sich wegen der Anstrengung reduzierte.
Ich kann mir dafür zwei Gründe vorstellen: entweder der Dieselfilter (der noch nicht getauscht wurde) ist noch von der Dieselpest zu, oder die Drehzahl geht herunter weil die Energiedichte von HVO100 nunmal geringer ist als die von Diesel. Ich werde demnächst den Fein-Filter wechseln (Vorfilter ist sauber), mir wieder einen Berg suchen und es mir dann nochmals ansehen.